Woher kommt die Tradition des Adventskalenders?

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Mein moderner Adventskalender in ganz ursprünglicher Form.

Adventskalender kennt in den christlichen Kulturkreisen so gut wie jeder, um die Wartezeit bis Weihnachten zu versüßen. Sie sind beliebt und im Moment wieder in vielen Haushalten im Gebrauch.
Aber wo fand diese Tradition ihren Ursprung?

 

Advent

Der Brauch des Adventskalenders ist bereits mehr als 100 Jahre alt.

Das Wort „Advent“ leitet sich von dem lateinischen Wort adventus ab und bedeutet „Ankunft“. In der Adventszeit warten die Christen auf die Ankunft des Heilands, der, wie Papst Liberius in einer Weihnachtspredigt im Jahr 354 verkündete, am 25.12. geboren wurde. Lange Zeit war der Advent eine Fasten- und Bußzeit, wie die Fastenzeit vor Ostern. Die Geistlichen (und meistens auch die Messdiener) tragen in beiden Fastenzeiten Gewänder in der Farbe violett.

Nur wenige Jahrzehnte nach dem Weihnachten im Dezember gefeiert wurde, entwickelte sich auch die Adventszeit als Vorbereitungszeit auf Weihnachten. Im 6. Jahrhundert legte Papst Gregor der Große erstmals die vier Sonntage vor Weihnachten als Adventssonntage fest.

 

Wer erfand den Adventskalender?

Doch woher stammt der Brauch des Türchenöffnens in der Adventszeit?

Die erste Nennung einer anschaulichen Zählung der Tage vor Weihnachten stammt aus dem Jahre 1838. Der Theologe Johann Hinrich Wichern war Leiter des „Rauhen Haus“, das sich um sozial benachteiligte Kinder kümmerte. Er zündete im Advent in den täglichen gemeinsamen Andachten aller Bewohner des Hauses eine weiße Kerze und an den Sonntagen eine rote Kerze an, um den Kindern die Wartezeit erträglicher zu gestalten. Im Laufe der Jahre ordnete er die Kerzen auf Holzringen an und schmückte sie mit Tannenzweigen. (Der Adventskalender auf dem Beitragsfoto stellt eine moderne Interpretation dieser ursprünglichen Version des Adventskalenders dar.)

Den ersten gedruckten Adventskalender gab es 1908 in München. Der Lithograf Gerhard Lang ließ einen Adventskalender aus zwei Papierbögen drucken. Auf dem einen befanden sich 24 Bilder, die die Kinder ausschneiden konnten, auf dem anderen wurden die Bilder aufgeklebt. Angeblich hatte Lang als Kind selbst schon jedes Jahr einen Adventskalender bekommen. Seine Mutter hatte für jeden Tag im Advent ein Plätzchen für ihn und versüßte ihm so das Warten.

Adventskalender, die hinter Türchen Süßigkeiten verbargen, wurden aber erst vierzig Jahre später populär.

 

Adventskalender heute

Heutzutage gibt es industriell hergestellte Türchen-Adventskalender, die oft Schokolade enthalten, aber auch nach wie vor noch welche mit weihnachtlichen Motiven oder Sprüchen oder allen dreien. Es gibt auch Adventskalender für Erwachsene, die zum Beispiel Bier oder Nagellacke enthalten, aber auch Sprüche, Bilder und optische Täuschungen oder Weihnachtsschmuck.

Selbstgebastelte und –befüllte Kalender sind ebenfalls populär. Oft bestehen sie aus kleinen, befüllten und mit Nummern versehenen Stoffbeutelchen oder kleinen Päckchen.

Eine neue Form des Adventskalenders ist der Online- oder Internetkalender. Verlage, Firmen und Organisationen oder auch Privatleute verlosen jeden Tag ein Gewinn, verschicken täglich Adventsemails, stellen Hörbücher oder Geschichten in 24 Teilen zur Verfügung, Rätzel bereit oder Spiele Animationen und Bilder.

 

Verschiedene Arten von Adventskalendern

Adventskalender lassen sich gut in zwei Kategorien einteilen:
wachsenden Adventskalender und schwindenden Adventskalender

Bei den wachsenden Adventskalendern kommt mit jedem Tag etwas hinzu.
Beispiele hierfür sind Kalender, bei denen Türchen geöffnet werden, hinter denen sich jeden Tag ein weiteres Bild oder ein weiteres Teil eines großen Bildes verbirgt, welches am 24 ganz aufgedeckt ist. Dem ähnlich sind Kalender, die aus 24 Puzzleteilen bestehen. Auch Geschichten- und Rätzelkalender zählen hierzu.

Schwindenede Adventskalender verlieren Jeden Tag ein Stück.
Beispiele hierfür sind Adventskerzen, die in 24 Abschnitte unterteil sind und bei denen jeden Tag ein Abschnitt abgebrannt werden, Papierbänder, von denen jeden Tag ein Stückchen abgetrennt wird oder der Kreidestrichkalender, bei dem 24 Kreidestriche auf die Wand oder den Türrahmen gemalt werden und jeden Tag einer weggewischt wird. Auch der typische Schokoladenadventskalender ist ein schwindender Adventskalender.

Die Vorweihnachtszeit hat sich zunehmend von den christlichen Ursprüngen gelöst und ist kommerzialisiert worden. Somit ist der Adventskalender nicht mehr nur eine Möglichkeit für Kinder sich das Warten auf Weihnachten zu versüßen, sondern ebenfalls ein Stück Kommerz geworden.

 

Klicke Dich durch die Zeitleiste (in der rechten Sidebar), um noch mehr Daten und Fakten zu Adventskalendern zu erhalten.

Hast Du dieses Jahr einen Adventskalender? Was für einen? Oder hast Du es vorgezogen einem lieben Menschen einen Adventskalender zu schenken?

 

Silberne Grüße
Runa

Wenn Du noch mehr wissen möchtest, schau mal hier:

Zum katholischen Weihnachtsfest hier.
Ester Gajek: Adventskalender. Von den Anfängen bis zur Gegenwart
Adventskalender. Geschichte und Geschichten aus 100 Jahren. Schriftenreihe Museum Europäischer Kulturen
Es gibt auch einen Osterkalender. Mehr dazu hier.
Eine Meinung eines Privatmenschen zum Osterkalender gibt es hier.

 

3 Replies to “Woher kommt die Tradition des Adventskalenders?”

  1. Jasmin

    Ich habe dieses Jahr insgesamt 3 Adventskalender. 🙂
    Einen von Rituals, dann einen von real und den anderen hat mir mein Schatz selber bestückt.

    LG Jasmin

    Reply
  2. nici

    Huhu.

    Als ich meinen Adventskalender vorgestellt habe, habe ich auch etwas zur Geschichte geschrieben. Ich finde, sowas sollte einfach nicht vergessen werden. Es gehört dazu und Kinder sollten von Anfang an damit aufgeklärt werden.

    Alles liebe

    Reply

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