Warum Salz und Pfeffer?

 

Warum sind gerade Salz und Pfeffer die verbreitetsten Gewürze in der westlichen Welt?

In so gut wie jedem Restaurant stehen sie mit auf dem Tisch:
Die Gewürze Salz und Pfeffer.
Aber warum gerade diese beiden?

Ohne Salz würde alles fad schmecken, selbst Kuchen, aber ohne Pfeffer ist Essen meistens schon genießbar, wenn auch das Gefühl bleibt, dass doch noch was fehlt (und es für mich persönlich auch nicht gut vorstellbar ist).
Also warum steht im westlichen Kulturkreis immer die Salz- und Pfferkombi auf dem Tisch? Warum nicht Salz und Curry oder Salz und Senf oder Salz und Koriander?

Salz
ist der einzige Stein, der vom Menschen verzehrt wird. Es ist lebensnotwendig, trägt es doch dazu bei den Zelldruck zu halten, hilft bei der elektrischen Weiterleitung der Impulse in unseren Nerven und ist an der Regulation des Blutdrucks beteiligt. Der tägliche Bedarf eines Erwachsenen an Salz liegt bei ca. 6 Gramm pro Tag. In der Steinzeit deckten die Menschen diesen Bedarf durch verzehr von Fleisch und die Massai in Afrika decken den Bedarf durch das Trinken des Blutes ihrer erlegten Beute. Mit dem vermehrten Verzehr von Pflanzen stieg also auch der Bedarf an zusätzlichem Salz. Die ersten Aufzeichnungen über Salzernte reichen bis in die Zeit 6000 vor Christus zurück. Bevor es Kühlschränke gab, war Salz eine der wenigen Möglichkeiten Lebensmittel länger haltbar zu machen.

Das Salz somit so gut wie immer auf dem Tisch steht, ist keine große Überraschung. Es ist also nicht nur kulinarisch von Wert indem es z.B. unsere Wahrnehmung des Geschmackes beeinflusst in dem es bittere Geschmäcke abschwächt (Salz in Kaffee) und süß, salzig und umami hervorhebt oder die chemische Zusammensetzung im Essen verändert. Es ist auch für jeden einzelne Menschen überlebenswichtig. Salz war früher so wertvoll, dass deswegen Kriege geführt worden sind, es als Zahlungsmittel eingesetzt wurde und viele Städtenamen heute noch auf den Handel mit Salz zurück gehen, wie z.B. Salzburg (Österreich), Tizla (Bosnien-Herzogovina), Salina (Italien), Halle (Deutschland), Solikmask (Russland), Yancheng (China).

Schwarzer Pfeffer
kommt ursprünglich aus Asien. Das Molekül „Piperine“ gibt ihm den scharfen Geschmack, im Gegensatz zu Chilli, wo „Capsaicin“ dafür verantwortlich ist. Seit mindestens 2000 Jahre vor Christus ist Pfeffer als Gewürz in Indien bekannt und genutzt worden. Pfeffer wurde in Europa anfangs oft dazu genutzt den Geschmack von Fleisch zu überdecken, welches nicht mehr wirklich frisch war. Pfeffer war so wertvoll und teuer, weil es erst auf langen Wegen, zunächst zu Lande, später, nachdem der Seeweg nach Indien gefunden wurde, auch per Schiff nach Europa gelangte, vornehmlich über Venedig.

Und warum nun haben wir heute Salz und Pfeffer auf dem Tisch stehen?

Vermutlich geht dies auf Ludwig XIV. zurück, der seine Speisen am liebsten nur mit Salz und Pfeffer gewürzt gegessen haben soll. Diese französische Küche hat sich dann mit der Zeit in Europa verbreitet und mit ihr auch die beiden Gewürze Salz und Pfeffer auf unseren Esstischen.

Wie immer Weiterführendes zu:

Salz:
http://www.salzreich.de/salzgeschichte.html
Thomas Strässle: Salz: Eine Literaturgeschichteuli

Pfeffer:
https://www.netzwissen.com/ernaehrung/pfeffer-geschichte-und-einfuehrung.php
Nathalie Pernstich-Amend und Konrad Pernstich: Pfeffer: Rezepte und Geschichten um Macht, Gier und Lust

Mit silbernen Grüßen,
Runa

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