Versprecher

Versprecher Freudscher Versprecher linguistische Fehlleistung Lapsus linguae

Wer schweigt, verspricht sich nicht…

Jeder kennt solche Situation. Bei anderen sind sie oft lustig, rufen belustigte Schmunzler hervor aber auch schon mal Hohn und Spott. Ist man selbst Opfer eines Lapsus Linguae geworden, empfindet man die Situation aber oft als weniger lustig, als bei den anderen.

Was ist ein Versprecher?

Ein Lapsus Linguae, die Wissenschaftliche Bezeichnung für das Sichversprechen,  entsteht bei einer kurzzeitigen Störung der Sprachproduktion bei einem gesunden Menschen. Angeborene Sprachstörungen, so wie Sprachstörungen durch Drogen Konsum, wie zum Beispiel Alkohol, zählen nicht dazu. Auch Versprecher, die mehr oder weniger absichtlich herbeigeführt worden sind, wie der Versuch Zungenbrecher aufzusagen, zählen nicht dazu. Dieses Versprechen ist nicht unwillkürliche, wie beim Lapsus Linguae. Auch beruht das Versprechen beim Zungenbrecher auf einer Überforderung des Artikulationsapparates, nicht in einer Fehlleistung im Gehirn. Seit dem die Menschheit angefangen hat zu sprechen, gibt es Versprecher.

Forschung über Versprecher

Der bekannteste ist der Freudsche Versprecher (in der Fachwelt „Freudsche Fehlleistung“ genannt). Oft wird der Lapsus Linguae mit ihm gleichgesetzt. Bei dieser sprachlichen Fehlleistung tritt, nach der Theorie Freuds in seinem Werk „Psychopathologie des Alltagslebens“ (1904), eine Intention oder ein Gedanke, der sich mit dem Gesagten nicht deckt oder ihm sogar wiederspricht, ans Licht.

Freud war und ist zwar einer der Bekanntesten Persönlichkeiten, die über Versprecher Theorien aufgestellt haben, aber er war weder der einzige, noch der erste. 1895 haben Rudolf Meringer und Karl Mayer „Versprechen und Verlesen. Eine psychologisch-linguistische Studie“ veröffentlicht in der sie das Phänomen des Versprechens untersucht haben.

Versprecher sind nach wie vor im Interesse der menschlichen Neugierde, der Psychologie und der linguistischen Wissenschaft.

Unbemerkte Versprecher

Was ich persönlich besonders spannend finde, ist, dass einem selbst manchmal gar nicht auffällt, dass man sich versprochen hat, obwohl man den Satz ja selbst produziert hat und sich selbst bei der Aussprache zuhört. Daran merkt man wieder, dass das Gehirn die Welt um einen herum interpretiert und dabei sogar dem eigenen Gesagten gegenüber taub ist, da es ja „weis“, was es sagen wollte und folglich auch gesagt haben muss.

Man kann den Anderen also ruhig belächeln, sollte er sich versprechen. Man sollte nur auch bedenken, dass man selbst einen Beitrag dazu leisten kann den Anderen zu amüsieren, wenn man selbst eine sprachliche Fehlleistung begeht.

Mit silbernen Grüßen,
Runa

P.s.: Ganz Aktuelles Beispiel: Wer gerade das Fußballspiel Deutschland gegen Frankreich im ZDF gesehen hat, wird vielleicht den Versprecher des Kommentators bemerkt haben, als dieser im Eifer des Gefechts „Steinschweiger“ sagte.

Bei weiterem Interesse an diesem Thema, empfehle ich:

Helen Leuninger: Reden ist Schweigen, Silber ist Gold
Sammlung Sprachfehler im Deutschen: https://www.uni-marburg.de/fb09/igs/mitarbeiter/wiese/versprecher
Sammlung von Liveversrechern im Radio: https://radiopannen.de/
Ein weiterer Artikel über Versprecher mit Beispielen im Anhang: http://www.psychosoziale-gesundheit.net/psychohygiene/versprecher.html
Noch mehr und etwas ausführlicher Informationen: https://de.wikipedia.org/wiki/Linguistische_Versprecher-Theorien

Zeitleiste zu diesem Artikel:


Legende:
grün – Literatur und Bücher
blau – Personen
gelb – historische Ereignisse
rot – Linguistik
orange – Nobelbpreise
lila – Sport

Die richtige Zeitliste, die ich Dir hier zeigen möchte, befindet sich noch im Aufbau. Diese hier ist nur als Übergangslösung gedacht.


Was bringt dir diese Zeitleiste?
Das Gehirn kann sich neues Wissen, neue Daten und Fakten besser merken, wenn es dieses an bereits vorhandenes Wissen anknüpfen kann. Die Zeitleiste stellt Dir also mögliche Anknüpfpunkte aus verschiedenen Wissensgebieten zur Verfügung, so wie Daten und Fakten, die über den Artikel hinausgehen.


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.