Petrichor – Der Geruch bei Regen

Geruch von Regen, Regen, Petrichor, Japan, Nara, Torii

Der Geruch bei einem Sommerregen ~ Ein verregneter Tag in Nara, Japan.

Petrichor- Der Geruch des Regens

Wer kennt ihn nicht, den frischen Geruch nach einem Sommerregen, den viele Menschen als besonders angenehm und wunderbar wahrnehmen? Dieser Geruch hat tatsächlich einen Namen. Er wird „Petrichor“ genannt. Das Wort setzt sich aus den altgriechischen Wörtern petros – „der Stein“ und ichor – „die Flüssigkeit, die in den Adern der Götter fließt“, zusammen.

Dieser Geruch war schon mehrmals Gegenstand wissenschaftlicher Betrachtung. Erstmals beschrieben wurde er 1964 in einem Artikel der Fachzeitschrift Nature, in dem die Autoren I.J. Bear und R.G. Thomas ihre Theorie darlegen, wie dieser spezielle Geruch zustande kommt.

Wie entsteht der Geruch des Regens?

Die bis Anfang 2015 nur empirisch belegte These von Bear und Thomas war, dass ein bestimmtes Öl, vermischt mit dem Erdgeruch Geosmin bei fallendem Regen, den Petrichor-Geruch freisetzten.

Das Öl sondern bestimmte Pflanzen in Trockenperioden auf ihren Blättern und Halmen ab. Bei Regen wird es von den Pflanzen herunter gespült und vom Erdreich unter den Pflanzen aufgenommen.
Der Erdgeruch Geosmin wird hingegen von Pilzen, Bakterien und anderen Kleinstlebewesen im Erdreich erzeugt und riecht modrig und erdig.

Die Freisetzung der beiden vermischten Verbindungen in der Luft erzeugt dann den typischen Duft des lauen Sommerregens.

Welche Mechanismen setzten den Geruch frei?

Anfang 2015 fand dann eine Forschergruppe des Massachusetts Institute of Technology heraus, wie genau sich der Petrechor-Geruch in der Luft verbreitet.
Wenn die Regentropfen auf die Oberflächen des mit den Pflanzenölen und Geosmin versetzten Erdreiches treffen, bilden sich kleine Luftbläschen in den Regentropfen. Diese Luftbläschen steigen nach oben und platzen auf.

(Das wird Champagnerglaseffekt genannt, da die Kohlenstoffdioxidbläschen dort ebenfalls an die Oberfläche des Champagners steigen und dort aufplatzen.)

Beim Aufsteigen nehmen die Luftbläschen zahlreiche Kleinstteile mit sich nach oben. Diese duftenden Kleinstteile werden Aerosole (eine Zusammensetzung der lateinischen worte aer für „Luft“ und solutio für „Lösung“) genannt. Wenn die Luftbläschen dann aufplatzen, setzten sie die duftenden Aerosole in der Luft frei und der typische Geruch bei (Sommer-) Regen entsteht. Es ist also nicht der Regen selbst, der so gut riecht, sondern eine Mischung aus verschiedenen Düften, die durch den Regen nur freigesetzt wird.

Dieser Regengeruch tritt übrigens nur bei einem leichten bis mittelstarkem Regen auf. Ein kräftiger Platzregen durchnässt die Erde zu schnell und verhindert größtenteils die Luftblasenbildung und somit auch das Aufsteigen und die Freisetzung der Duftstoffe.

 

Magst Du den Regen? Wie riecht Regen für Dich? Was möchtest Du gerne noch über Regen wissen? Schreibe es mir in die Kommentare.

Silberne Grüße,
Runa

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.