Hungrig – Satt; Durstig – Sitt?

Sitt- nicht mehr durstig?

Sitt = nicht mehr durstig?

Sprache ist interessant und lebendig. Es gibt für manche Dinge und Gegebenheiten viele Ausdrücke und Begriffe. War man hungrig und hat dann etwas gegessen, ist man satt. War man durstig und hat dann etwas getrunken, ist man – ja, was ist man dann?
In der deutschen Sprache hat sich dafür kein eigenständiger Begriff entwickelt oder durchgesetzt. Man nutzt Umschreibungen, wie „keinen Durst mehr haben“ oder „seinen Durst gestillt haben“. In manchen Skandinavischen Sprachen gibt es tatsächlich auch einen Begriff für „nicht mehr durstig“, allerdings ist nur im Schwedischen dieser Begriff weithin bekannt und wird auch tatsächlich benutzt. Auch in der Plansprache Esperanto ist der gegenteilige Begriff von durstig ebenfalls sehr leicht zu bilden.
Die Dudenredaktion und die Firma Lipton hatten vor mehr als zwanzig Jahren bereits einen Ideenwettbewerb zur Findung eines Wortes dafür ausgeschrieben. „Sitt“ hatte damals als einfaches zu merkendes, einsilbiges Wort, welches auch noch einen Stabreim zu „satt“ bildet, den Wettbewerb gewonnen. In den Duden hat es das Wort allerdings bis heute nicht geschafft, denn der Duden schreibt nicht nur vor, was in der deutschen Sprache erlaubt und verboten ist, sondern gibt auch deskriptiv wieder, wie sich die deutsche Sprache in der Realität verhält. „Sitt“ wird im normalen Sprachgebrauch kaum ernsthaft benutzt. Daran sieht man, dass deutsch eine lebendige Sprache ist und sich manche Worte und Redewendungen einfach durchsetzen, andere wieder nicht. Auch bewusst gesuchte, womöglich bessere Worte und Redewendungen müssen sich nicht durchsetzen, nur, weil sie logischer sind. Sprache ist im Gebrauch lebendig und nur bedingt durch Planung gezielt veränderbar.

Silbernen Grüßen

Runa

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