Blindtexte

Blindtexte, Berlin, Litfaßsäule, Platzhaltertexte, Fülltexte, Dummytexte

Plakat, welches an einer berliner Litfaßsäule zugleich für sich wirbt, als auch als Platzhalter für andere Plakate dient.

Diese Texte begegnen einem hin und wieder im Internet, meist auf Websites, aber auch in (meist unfertigen) Publikationen, bei Designern und Werbeagenturen sind sie gebräuchlich. Sie dienen als Platzhalter für Inhalte, die später an einer bestimmten Stelle stehen sollen, wofür aber der eigentliche Text noch nicht vorhanden oder fertig ist. Diese Platzhaltertexte werden auch als Füll- oder Dummytexte bezeichnet.

Einer der bekanntesten ist „Lorem ipsum…“ Dabei handelt es sich um pseudolateinischen Text, der in verschiedenen Varianten zu finden ist. Diese Varianten beruhen meistens oberflächlich auf dem Text des philophischen Werks „De finibus bonorum et malorum“ von  Marcus Tullius Cicero und sind Inhaltlich zumeist Sinn frei. Als Blindtext soll der Inhalt des Texts aber in erster Linie auch gar nicht sinnvoll oder verständlich sein, weil es nicht um den Inhalt selbst, sondern um die Form des Textes geht. Manche Platzhaltertexte bestehen auch nur aus Worten, Silben oder einzelnen Lettern, die oft ohne bestimmten Sinn oder Reihenfolge aneinander gereiht wurden.

Bekannte Beispiele hierfür sind:
„Text Text Text“
„Hier steht ihr Text“

Setzer können mit solchen Texten auch die Typographie, das Layout in verschiedenen Schriftarten, prüfen und nehmen gerne Sätze, in denen alle möglichst  Buchstaben des verwendeten Alphabets vorkommen, um die Lesbarkeit aller Zeichen prüfen zu können.

Bekannte Beispiele:
„Falsches Üben von Xylophonmusik quält jeden größeren Zwerg.“
„The quick brown fox jumps over the lazy dog“

Es werden zuweilen aber auch Blindtexte genutzt, die an sich einen sinnergebenden Text darstellen, allerdings zu einem Thema, welches mit dem Objekt, auf dem der Blindtext dargestellt wird, nicht viel gemein haben. Dafür werden gerne Texte von bekannten Autoren genutzt, deren Urheberrecht bereits abgelaufen ist und die somit frei genutzt werden dürfen, wie bei manchen Texten von Kafka oder eben Cicero.

Im Internet sind Bildtexte und Blindbilder besonders oft auf neu erstellten Internetseiten zu finden, so wie auf den Vorschauseiten für zum Verkauf angebotene Webdesigns, da es auch hier sinnvoll ist Texte zu haben, die das Webdesign zum Leben erwecken, um das Design und die Layoutmöglichkeiten überhaupt in ihrem Wirken begutachten zu können. Auch Werbeargenturen wenden Blindtexte, zum Beispiel auf Palakatentwürfen, an. Diese sind aber nur selten bekannt, da sie nur dem werbetreibenden Kunden zur Orientierung im Design dienen, der Öffentlichkeit aber so natürlich nicht gezeigt werden.

Die Nutzung von Blindtexten ist aber kein neues Phänomen, das es erst seit dem Internetzeitalter gibt, sondern bereits kurz nach der Erfindung des Buchdrucks (im 15. Jahrhundert) in Gebrauch war.  Dies war auch bei den Setzern im 16. Jahrhundert bereits eine beliebte Praxis.

Beispiele für den bekannten Blindtext Lorem ipsum:

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Weitere Beispiele: hier oder hier
Auch interessant: https://tools.ietf.org/html/rfc864

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